IHK Industriekaufmann lernen – Karteikarten Abschlussprüfung
Die Ausbildung zum Industriekaufmann/zur Industriekauffrau umfasst das gesamte betriebliche Geschehen eines Industriebetriebs: von Beschaffung über Produktion bis zum Vertrieb. Die IHK-Abschlussprüfung testet Fachkompetenz in Kostenrechnung, Controlling, Personalwirtschaft und kaufmännischen Prozessen.
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Schwerpunkte der IHK-Prüfung Industriekaufmann
Die schriftliche Prüfung besteht aus drei Teilen: Geschäftsprozesse (180 Min.), Kaufmännische Steuerung und Kontrolle (60 Min.) und WiSo (60 Min.). Kaufmännische Steuerung und WiSo liefern 25 % der Gesamtnote.
Kostenrechnung als Kern
- Kostenarten: Fixkosten vs. variable Kosten, Einzel- vs. Gemeinkosten
- Kostenstellenrechnung: BAB (Betriebsabrechnungsbogen), Zuschlagsätze
- Kalkulation: Vor- und Nachkalkulation, Zuschlagskalkulation
- Deckungsbeitragsrechnung: DB = Umsatz − variable Kosten
Lern-Strategie
- Kalkulationsschema auswendig lernen: Materialkosten → Fertigungskosten → Herstellkosten → Selbstkosten → Angebotspreis.
- BAB-Aufstellung üben (Übungsaufgaben mindestens 5 Stück).
- Definitionen in eigenen Worten formulieren können – nicht nur auswendig lernen.
Alle Karten in diesem Set
| Vorderseite | Rückseite |
|---|---|
| Was sind Fixkosten? | Fixkosten sind Kosten, die unabhängig von der Produktionsmenge anfallen (z.B. Miete, Gehälter, Abschreibungen). Sie verändern sich nicht bei steigender oder sinkender Auslastung. |
| Was sind variable Kosten? | Variable Kosten sind Kosten, die sich proportional (oder progressiv/degressiv) mit der Produktionsmenge verändern (z.B. Rohstoffe, Fertigungslöhne bei Stücklohn). |
| Was ist der Unterschied zwischen Einzel- und Gemeinkosten? | Einzelkosten können direkt einem Kostenträger (Produkt) zugerechnet werden (z.B. Rohstoffverbrauch). Gemeinkosten fallen für mehrere Kostenträger gemeinsam an (z.B. Miete) und werden über Zuschlagsätze verteilt. |
| Was ist ein Betriebsabrechnungsbogen (BAB)? | Der BAB ist eine Tabelle zur Verteilung der Gemeinkosten auf Kostenstellen (z.B. Material, Fertigung, Verwaltung, Vertrieb). Ergebnis: Gemeinkostenzuschlagsätze für die Kalkulation. |
| Wie berechnet sich der Fertigungsgemeinkosten-Zuschlagsatz? | Fertigungsgemeinkosten ÷ Fertigungseinzelkosten × 100. Beispiel: 80.000 € FGK ÷ 200.000 € FEK × 100 = 40 %. |
| Was ist der Deckungsbeitrag? | Deckungsbeitrag (DB) = Erlös − variable Kosten. Der DB zeigt, wie viel ein Produkt zur Deckung der Fixkosten und zum Gewinn beiträgt. |
| Was ist die Break-even-Menge? | Die Break-even-Menge (Gewinnschwelle) ist die Produktionsmenge, bei der Erlöse und Gesamtkosten gleich sind (Gewinn = 0). Break-even = Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag pro Stück. |
| Was sind die Stufen der Zuschlagskalkulation? | Materialeinzelkosten + Materialgemeinkostenzuschlag = Materialkosten; + Fertigungseinzelkosten + Fertigungsgemeinkostenzuschlag = Herstellkosten; + Verwaltungs- und Vertriebskosten = Selbstkosten; + Gewinnzuschlag = Angebotspreis. |
| Was versteht man unter "Make or Buy"? | Make-or-Buy ist die Entscheidung, ob ein Unternehmen ein Produkt/eine Leistung selbst herstellt (Make) oder von einem externen Lieferanten bezieht (Buy). Entscheidungskriterien: Kosten, Kapazität, Qualität, strategische Bedeutung. |
| Was ist ABC-Analyse in der Beschaffung? | Die ABC-Analyse klassifiziert Güter nach ihrem Wert (Umsatz- oder Kostenanteil): A-Güter = hoher Wert, geringer Anteil (ca. 80/20). B-Güter = mittlerer Wert. C-Güter = geringer Wert, hohe Anzahl. |
| Was ist Just-in-Time (JIT) in der Produktion? | JIT ist ein Produktionsprinzip, bei dem Material exakt zum Bedarfszeitpunkt angeliefert wird. Ziel: Lagerkosten minimieren, Kapital freisetzen. Risiko: Lieferkettenunterbrechungen. |
| Was sind die Ziele des Personalmanagements im Industriebetrieb? | Personalbereitstellung (richtige Person, richtiger Ort, richtiger Zeitpunkt), Personalentwicklung (Qualifikation, Weiterbildung), Personalführung (Motivation, Zufriedenheit) und Personalkostenmanagement. |
| Was ist der Unterschied zwischen Beschaffungsmarkt und Absatzmarkt? | Der Beschaffungsmarkt ist der Markt, auf dem das Unternehmen Produktionsfaktoren einkauft (Lieferanten). Der Absatzmarkt ist der Markt, auf dem das Unternehmen seine Produkte verkauft (Kunden). |
| Was versteht man unter dem Marketing-Mix (4 P)? | 4 P: Product (Produktpolitik), Price (Preispolitik), Place (Distributionspolitik), Promotion (Kommunikationspolitik). Der Marketing-Mix beschreibt die Instrumente, mit denen ein Unternehmen seinen Absatzmarkt bearbeitet. |
| Was ist ein Skimming-Preis? | Ein Skimming-Preis (Abschöpfungspreis) ist eine hohe Einführungspresstrategie bei neuen Produkten. Ziel: zunächst die zahlungsbereiten Kunden abschöpfen; der Preis wird später gesenkt. |
| Was ist der Unterschied zwischen Handelskalkulation und Industriekalkulation? | Die Handelskalkulation rechnet vom Einkaufspreis zum Verkaufspreis (Aufschlagskalkulation). Die Industriekalkulation ermittelt die Selbstkosten über Kostenarten, Kostenstellen und Kostenträger. |
| Was ist Abschreibung (AfA) und welche Methoden gibt es? | Abschreibung (Absetzung für Abnutzung) verteilt die Anschaffungskosten eines Wirtschaftsguts auf seine Nutzungsdauer. Methoden: lineare AfA (gleiche Jahresbeträge), degressive AfA (fallende Beträge, steuerlich eingeschränkt). |
| Was ist der Unterschied zwischen Aufwand und Kosten? | Aufwand ist ein Begriff des externen Rechnungswesens (GuV). Kosten sind ein Begriff des internen Rechnungswesens (Kostenrechnung). Nicht jeder Aufwand ist eine Koste (z.B. Spenden) und nicht jede Koste ein Aufwand (kalkulatorische Kosten). |
| Was sind kalkulatorische Kosten? | Kalkulatorische Kosten sind Kosten, die in der internen Rechnung angesetzt werden, aber nicht im externen Rechnungswesen erscheinen. Beispiele: kalkulatorischer Unternehmerlohn, kalkulatorische Eigenkapitalzinsen, kalkulatorische Miete. |
| Was ist ein Deckungsbeitrag II in der stufenweisen Deckungsbeitragsrechnung? | DB II = DB I (Erlös − variable Kosten) − produktfixe Kosten. Bei mehrstufiger Rechnung werden Fixkosten schrittweise zugerechnet, um zu erkennen, welche Produkte/Bereiche zur Fixkostendeckung beitragen. |
| Was ist eine Vollkostenrechnung? | Bei der Vollkostenrechnung werden alle Kosten (fix und variabel) auf die Kostenträger verteilt. Nachteil: Bei Unterbeschäftigung werden Leerkosten einkalkuliert, was zu Fehlentscheidungen führen kann. |
| Was ist eine Teilkostenrechnung? | Bei der Teilkostenrechnung werden nur die variablen Kosten den Kostenträgern zugerechnet. Fixkosten werden als Periodenkosten behandelt. Vorteil: bessere Entscheidungsgrundlage (z.B. Make-or-Buy, Preisuntergrenze). |
Häufige Fragen
Welche Fächer hat die IHK-Abschlussprüfung Industriekaufmann?
Schriftliche Prüfung: Geschäftsprozesse (180 Min., 50 %), Kaufmännische Steuerung und Kontrolle (60 Min., 25 %), Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Min., 25 %). Dazu ein mündliches Fachgespräch im Rahmen der einstündigen Projektpräsentation.
Was ist der Unterschied zwischen Deckungsbeitragsrechnung und Vollkostenrechnung?
Die Deckungsbeitragsrechnung (Teilkostenrechnung) trennt variable und fixe Kosten und eignet sich besser für kurzfristige Entscheidungen (Preisuntergrenze, Make-or-Buy). Die Vollkostenrechnung verteilt alle Kosten und eignet sich für die langfristige Kalkulation.
Wie berechne ich die Preisuntergrenze in der Teilkostenrechnung?
Kurzfristige Preisuntergrenze = variable Stückkosten (der Preis muss mindestens die variablen Kosten decken). Langfristige Preisuntergrenze = Selbstkosten (alle Kosten müssen gedeckt sein, damit das Unternehmen rentabel bleibt).