BWL-Grundbegriffe: Karteikarten für Ausbildung und kaufmännische Berufe
Betriebswirtschaftslehre beginnt mit dem Verständnis grundlegender Begriffe. Ob kaufmännische Ausbildung, WiPo-Unterricht oder Studium: Wer Güter und Bedürfnisse, Kosten und Erlöse sowie betriebliche Grundbegriffe sicher kennt, versteht wirtschaftliche Zusammenhänge und löst Klausuraufgaben schneller.
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Bedürfnispyramide als Einstieg
Wirtschaftliches Handeln entsteht aus Bedürfnissen. Maslow unterscheidet fünf Stufen: physiologische Bedürfnisse, Sicherheit, soziale Zugehörigkeit, Anerkennung, Selbstverwirklichung. Für die BWL wichtiger: die Unterscheidung in wirtschaftliche Güter (knapp, handelbar) und freie Güter (unbegrenzt verfügbar, kein Preis).
Kosten immer nach Art unterscheiden
- Fixkosten: Entstehen unabhängig von der Produktionsmenge (Miete, Gehälter, Abschreibungen)
- Variable Kosten: Steigen mit der Produktionsmenge (Material, Energie, Akkordlohn)
- Gesamtkosten: Fixkosten + Variable Kosten
- Stückkosten: Gesamtkosten / Menge
Gewinn-Formel und Break-Even
Gewinn = Erlös - Kosten. Erlös = Preis x Menge. Break-even (Gewinnschwelle): Punkt, an dem Erlöse die Gesamtkosten decken. Formel: Break-even-Menge = Fixkosten / (Preis - variable Stückkosten). Diese Berechnung ist Prüfungsklassiker in kaufmännischen Ausbildungen.
Lernstrategie Zahlenbeispiele
BWL-Begriffe werden durch Zahlenbeispiele lebendig. Wenn du "Deckungsbeitrag" lernst, rechne sofort ein Beispiel durch: Preis 100 EUR, variable Kosten 60 EUR, Deckungsbeitrag = 40 EUR je Stück. Das verankert den Begriff dauerhaft.
Alle Karten in diesem Set
| Vorderseite | Rückseite |
|---|---|
| Was ist ein Bedürfnis? | Der empfundene Mangel, verbunden mit dem Wunsch, ihn zu beheben. Bedürfnisse sind unbegrenzt (Grundproblem der Wirtschaft), Güter zu ihrer Befriedigung sind knapp. Wirtschaft entsteht aus diesem Widerspruch. |
| Was ist ein Bedarf? | Ein Bedürfnis, das mit Kaufkraft verbunden ist. Bedarf = Bedürfnis + Geld. Jemand kann ein Bedürfnis nach einem Auto haben, aber nur wer zahlungsfähig ist, entfaltet Nachfrage am Markt. |
| Was sind freie und wirtschaftliche Güter? | Freie Güter: unbegrenzt verfügbar, kein Preis (z.B. Luft, Sonnenlicht). Wirtschaftliche Güter: knapp, müssen produziert oder beschafft werden, haben einen Preis. Fast alle Handelsgüter sind wirtschaftliche Güter. |
| Was sind Produktionsfaktoren? | Die Inputs der Produktion: <strong>Arbeit</strong> (menschliche Leistung), <strong>Boden</strong> (natürliche Ressourcen, Grundstücke), <strong>Kapital</strong> (produzierte Produktionsmittel: Maschinen, Gebäude), in neueren Konzepten auch <strong>Wissen/Information</strong>. |
| Was ist der Unterschied zwischen Sach- und Dienstleistungsgütern? | Sachgüter: körperliche, greifbare Produkte (Auto, Brot, Maschine). Dienstleistungen: immaterielle Leistungen (Beratung, Transport, Friseur). Wichtig: Dienstleistungen können nicht auf Vorrat produziert und gelagert werden (uno-actu-Prinzip). |
| Was ist Fixkosten, was sind variable Kosten? | Fixkosten entstehen unabhängig von der Produktionsmenge: Miete, Gehälter, Abschreibungen. Variable Kosten steigen mit der Menge: Rohmaterial, Energie, Akkordlöhne. Gesamtkosten = Fixkosten + variable Kosten. |
| Was ist der Deckungsbeitrag? | Deckungsbeitrag (DB) = Erlös - variable Kosten. Er zeigt, wie viel ein Produkt zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Stück-DB = Preis - variable Stückkosten. Gesamt-DB = Stück-DB x Menge. Überschreitet der Gesamt-DB die Fixkosten, entsteht Gewinn. |
| Was ist der Break-even-Point? | Die Gewinnschwelle: Produktionsmenge, bei der Erlöse = Gesamtkosten (kein Gewinn, kein Verlust). Formel: Break-even-Menge = Fixkosten / (Preis - variable Stückkosten). Unter dieser Menge Verlust, darüber Gewinn. |
| Was ist ein Unternehmen? | Eine wirtschaftliche Einheit, die Güter oder Dienstleistungen produziert, um sie am Markt abzusetzen und dabei Gewinn zu erzielen. Abgrenzung zum Haushalt (konsumiert) und zur öffentlichen Verwaltung (kein primäres Gewinnziel). |
| Was ist Liquidität? | Die Fähigkeit eines Unternehmens, seinen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachzukommen. Formel Liquidität 1. Grades: Zahlungsmittel / kurzfristige Verbindlichkeiten x 100. Mindestens 20% gilt als ausreichend. Illiquidität = Insolvenzgrund. |
| Was ist Rentabilität? | Verhältnis von Gewinn zum eingesetzten Kapital. Eigenkapitalrentabilität = Gewinn / Eigenkapital x 100. Gesamtkapitalrentabilität = (Gewinn + Fremdkapitalzinsen) / Gesamtkapital x 100. Misst die Effizienz des Kapitaleinsatzes. |
| Was ist Abschreibung? | Wertminderung von Anlagegütern (Maschinen, Fahrzeuge, Gebäude) durch Verschleiß, Veraltung oder Zeitablauf. Wird als Aufwand verbucht. Lineare Abschreibung: gleichmäßig über Nutzungsdauer. AfA-Tabelle des Finanzamts gibt Nutzungsdauern vor. |
| Was ist der Unterschied zwischen Aufwand und Auszahlung? | Auszahlung: Abgang flüssiger Mittel (Kasse/Bank). Ausgabe: Abgang von Zahlungsmitteln oder Entstehung von Verbindlichkeiten. Aufwand (Kosten): Verbrauch von Produktionsfaktoren in der Periode, unabhängig vom Zahlungszeitpunkt (z.B. Abschreibung = Aufwand ohne Auszahlung). |
| Was ist ein Umlaufvermögen? | Vermögen, das kurzfristig im Betrieb umläuft und verbraucht, verkauft oder in Zahlungsmittel umgewandelt wird: Vorräte, Forderungen, Kassenbestand, Bankguthaben. Gegensatz: Anlagevermögen (langfristig im Betrieb: Maschinen, Gebäude, Fuhrpark). |
| Was ist Eigenkapital und Fremdkapital? | Eigenkapital: Kapital der Eigentümer (Einlagen + Gewinne - Verluste - Entnahmen). Fremdkapital: Schulden gegenüber Dritten (Bankkredite, Lieferantenverbindlichkeiten). Eigenkapitalquote = EK / Gesamtkapital x 100. Hohe EK-Quote = finanzielle Stabilität. |
| Was ist eine Bilanz? | Stichtagsbezogene Gegenüberstellung von Aktiva (Vermögen: was hat das Unternehmen?) und Passiva (Kapital: woher kommt das Geld?). Bilanzgleichung: Aktiva = Passiva. Aktiva = Anlage- + Umlaufvermögen. Passiva = Eigen- + Fremdkapital. |
| Was ist der Unterschied zwischen GuV und Bilanz? | Bilanz: Stichtagsbezogen (31.12.), zeigt Vermögen und Kapital. Gewinn- und Verlustrechnung (GuV): periodenbezogen (ganzes Jahr), zeigt Erträge - Aufwendungen = Jahresergebnis. Das Jahresergebnis der GuV fließt als Gewinn in die Bilanz ein. |
| Was ist ein Marketingmix? | Die vier Ps: Product (Produktpolitik), Price (Preispolitik), Place (Distributionspolitik), Promotion (Kommunikationspolitik). Alle vier Instrumente müssen aufeinander abgestimmt sein, um eine konsistente Marktbearbeitung sicherzustellen. |
| Was ist der Unterschied zwischen Kosten und Erlös? | Erlös (Umsatz) = Preis x abgesetzte Menge. Kosten = alle Aufwendungen für die Leistungserstellung. Gewinn = Erlös - Kosten. Verlust entsteht, wenn Kosten den Erlös übersteigen. Grundformel jeder Unternehmensrechnung. |
| Was ist der Unternehmenszweck nach BWL? | Primäres Sachziel: Produktion von Gütern/Dienstleistungen. Primäres Formalziel: Rentabilität (Gewinnerzielung), Liquidität (Zahlungsfähigkeit), Wachstum. Ergänzend: soziale, ökologische und ethische Ziele (Stakeholder-Ansatz). Alle Ziele stehen in Spannung zueinander. |
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Kosten und Ausgaben?
Ausgaben sind Abflüsse von Zahlungsmitteln oder Entstehung von Verbindlichkeiten. Kosten sind der bewertete Verbrauch von Produktionsfaktoren in einer Periode. Sie können zeitlich auseinanderfallen: Eine Maschine wird heute bezahlt (Ausgabe), aber über 10 Jahre abgeschrieben (Kosten jährlich).
Wie berechne ich den Break-even-Point?
Break-even-Menge = Fixkosten / (Stückpreis - variable Stückkosten). Beispiel: Fixkosten 100.000 EUR, Preis 50 EUR, variable Kosten 30 EUR pro Stück. DB je Stück = 20 EUR. Break-even = 100.000 / 20 = 5.000 Stück. Ab dem 5.001. Stück entsteht Gewinn.
Was ist der Unterschied zwischen Umlaufvermögen und Anlagevermögen?
Anlagevermögen dient dem Unternehmen dauerhaft (länger als ein Jahr): Grundstücke, Maschinen, Fahrzeuge, Patente. Umlaufvermögen ist kurzfristig im Unternehmen und wird innerhalb eines Jahres verbraucht, verkauft oder in Geld umgewandelt: Vorräte, Forderungen, Kasse.