Prüfung Pflegeausbildung Ausbildung

Vitalzeichen – Karteikarten für die Pflegeausbildung

Vitalzeichen sind die grundlegendsten Parameter zur Beurteilung des Patientenzustands. In der Pflegeausbildung müssen Normwerte, Messtechniken und Abweichungen sicher beherrscht werden. Diese Karteikarten vermitteln die Kernkenntnisse zu Puls, Blutdruck, Körpertemperatur, Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung.

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Vitalzeichen in der Pflege: Messen, Beurteilen, Handeln

Vitalzeichen sind die wichtigsten Frühwarnsignale für eine Verschlechterung des Patientenzustands. Pflegekräfte müssen nicht nur messen können, sondern auch Abweichungen sofort erkennen und angemessen reagieren.

  • AVPU-Schema: Alert (wach), Voice (reagiert auf Ansprache), Pain (reagiert auf Schmerzreiz), Unresponsive (keine Reaktion). Schnellbeurteilung des Bewusstseinszustands, ergänzt die Vitalzeichen.
  • Normwerte auswendig: Puls 60–100/min, Atemfrequenz 12–20/min, Körpertemperatur 36,5–37,5°C, Blutdruck optimal <120/80 mmHg, Hypertonie ab 140/90 mmHg, Hypotonie systolisch <100 mmHg, SpO2 ≥ 95%. Diese Werte werden in jeder Pflegeprüfung abgefragt.
  • Dokumentation: Jede Vitalzeichen-Messung muss korrekt dokumentiert werden – Zeitpunkt, Wert, Messmethode, auffällige Befunde. Lückenhafte Dokumentation ist ein häufiger Kritikpunkt in Prüfungen und im Berufsalltag.
  • Klinische Konsequenz: Lerne immer: Normwert, Abweichung, Ursachen, Pflegemaßnahmen. Bei Bradykardie < 50/min: Arzt informieren. Bei Sauerstoffsättigung < 90%: sofort Sauerstoffgabe und Arzt rufen.

Prüfungstipp: Unterscheide Hypertonie (Blutdruck ≥ 140/90 mmHg) von hypertensiver Krise (> 180/110 mmHg mit Endorganschäden). Diese Abgrenzung ist prüfungsrelevant und klinisch wichtig.

Alle Karten in diesem Set

Vorderseite Rückseite
Was ist der Normwert für die Herzfrequenz (Puls) beim Erwachsenen? 60–100 Schläge pro Minute. Bradykardie: < 60/min. Tachykardie: > 100/min. Messung: radial (A. radialis am Handgelenk) oder auskultatorisch über dem Herzen.
Was ist der normale Blutdruck nach WHO-Definition? Normal: systolisch 100–139 mmHg, diastolisch 60–89 mmHg. Hypertonie Grad 1: ≥ 140/90 mmHg. Hypotonie: systolisch < 100 mmHg (oder < 90 mmHg bei manchen Definitionen).
Was ist die normale Körperkerntemperatur? 36,5–37,5°C. Erhöhte Temperatur (Subfebrile): 37,5–38,0°C. Fieber: ab 38,0°C (Achsel), 38,1°C (rektal). Hypothermie: < 36°C. Hyperpyrexie: > 41°C.
Was ist der Normwert für die Atemfrequenz? 12–20 Atemzüge pro Minute beim Erwachsenen. Tachypnoe: > 20/min. Bradypnoe: < 12/min. Apnoe: Atemstillstand. Messung: Brustkorbhebungen zählen über 1 Minute.
Was ist SpO2 und welcher Wert gilt als normal? SpO2 = periphere Sauerstoffsättigung des Hämoglobins, gemessen per Pulsoximetrie. Normal: ≥ 95%. 90–94%: Kontrollbedürftig, Sauerstoffgabe erwägen. < 90%: kritisch, sofortiger Handlungsbedarf.
Welche Methoden gibt es zur Messung der Körpertemperatur? Rektal (+0,5°C über Kerntemperatur, genauest), axillär (unterm Arm, -0,5°C), sublingual (unter der Zunge), Ohr (Trommelfell, infrarot), Stirn (infrarot). Für genaue Messung: rektal oder Ohr empfohlen.
Was ist Bradykardie und was sind häufige Ursachen? Bradykardie: Herzfrequenz < 60/min. Ursachen: Sportherz (physiologisch), Vagusreizung, AV-Block, Hypothyreose, Medikamente (Beta-Blocker, Digitalis, Kalziumantagonisten). Bei < 50/min mit Symptomen: Arzt informieren.
Wie misst man den Puls korrekt an der A. radialis? Zeige- und Mittelfinger (nicht Daumen, da dieser einen Eigenpuls hat) auf die radiale Unterseite des Handgelenks legen. 1 Minute zählen (oder 30 s × 2). Gleichzeitig Rhythmus (regelmäßig/unregelmäßig) und Qualität (kräftig/schwach) beurteilen.
Was ist eine hypertensive Krise und wie erkennt man sie? Blutdruck > 180/110 mmHg mit Endorganschäden (Symptome): Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit, Bewusstseinstrübung, Brustschmerz, Dyspnoe. Sofortiger Arzt alarmieren. Hypertensiver Notfall: BV > 180/120 + akute Organschäden.
Was bedeutet Fieber bei einem Erwachsenen und welche Maßnahmen ergreift die Pflege? Fieber ab 38,0°C (rektal). Pflegemaßnahmen: Temperatur dokumentieren, ausreichend Flüssigkeit (Trinkmenge erhöhen), Wadenwickel bei Fieber > 39°C ohne Schüttelfrost, Arzt informieren, ärztlich verordnete Antipyretika verabreichen.
Was ist der Unterschied zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck? Systolisch: Maximaldruck während der Herzkontraktion (Systole). Diastolisch: Minimaldruck während der Herzerschlaffung (Diastole). Notation: systolisch/diastolisch, z.B. 120/80 mmHg. Pulsdruck = systolisch minus diastolisch (normal 40–60 mmHg).
Wann ist Tachykardie klinisch bedenklich? Tachykardie > 100/min mit Symptomen: Schwindel, Präsynkope, Brustschmerz, Dyspnoe, Hypotonie. Ursachen: Fieber, Schmerz, Hypovolämie, Anämie, Herzrhythmusstörung. Arzt informieren bei Herzfrequenz > 120/min oder Symptomen.
Wie dokumentiert man Vitalzeichen korrekt? Uhrzeit, Wert, Einheit, Messmethode, auffällige Beobachtungen, ggf. Maßnahmen und Reaktion des Patienten. Kurzel: P (Puls), RR (Blutdruck nach Riva-Rocci), AF (Atemfrequenz), T (Temperatur), SpO2. Unterschrift/Handzeichen.
Was ist Hypotonie und welche Maßnahmen ergreift die Pflege? Systolischer Blutdruck < 100 mmHg. Symptome: Schwindel, Benommenheit, Ohnmacht. Maßnahmen: Beine hochlagern (Schocklagerung), sitzen/liegen lassen, Flüssigkeit anbieten, Arzt informieren bei Symptomen oder RR < 90 mmHg systolisch.
Was ist Pulsoximetrie und wie funktioniert sie? Nicht-invasive Messung der arteriellen Sauerstoffsättigung durch Infrarotlicht-Absorption. Clip am Finger, Ohr oder Zeh. Messung setzt pulsatilen Blutfluss voraus. Falsch-niedrig bei: Kälte, Nagellack, schlechter Durchblutung, Bewegungsartefakten.
Was ist Schnappatmung und warum ist sie lebensbedrohlich? Schnappatmung (agonale Atmung): unregelmäßige, langsame, keuchende Atemzüge bei Herzstillstand oder kurz davor. Kein ausreichender Gasaustausch. Sofortmaßnahme: Notruf + Reanimation (CPR) beginnen.
Was ist Orthostase-Hypotonie und wie erkennt man sie? Blutdruckabfall > 20 mmHg systolisch beim Aufstehen aus liegender/sitzender Position. Symptome: Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen, Stürze. Präventiv: langsam aufstehen lassen, Beine vor dem Aufstehen belasten.
Was sind Cheyne-Stokes-Atemmuster? Periodisches Atemmuster: zunehmende Atemtiefe/Frequenz, dann Abnahme bis zur Apnoe (10–30 Sek.), dann wieder Zunahme. Vorkommt bei: Herzinsuffizienz, Schlaganfall, erhöhtem Hirndruck, Sterbephase. Zeichen kritischer Erkrankung.
Wie misst man den Blutdruck nach der Riva-Rocci-Methode? Manschettenbreite 12–14 cm (Erwachsene), auf Herzhöhe. Manschette aufpumpen bis Puls verschwindet, dann +20–30 mmHg. Langsam ablassen (2 mmHg/s). Systolisch: erster Korotkow-Ton. Diastolisch: letzter Korotkow-Ton. Arm entspannt lagern.
Was ist der Bewusstseinsstatus und wie beurteilt man ihn pflegerisch? Orientierungsprüfung: Orientierung zu Person (Wer sind Sie?), Zeit (Welches Datum?), Ort (Wo sind Sie?), Situation (Was ist passiert?). Glasgow Coma Scale (GCS): Augen öffnen (1–4), verbale Reaktion (1–5), motorische Reaktion (1–6). Maximum 15, Minimum 3.
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Häufige Fragen

Welche Vitalzeichen werden in der Pflege am häufigsten gemessen?

Standardmäßig: Herzfrequenz, Blutdruck, Körpertemperatur, Atemfrequenz und bei Bedarf Sauerstoffsättigung (SpO2). Je nach Patientenzustand können Blutzucker, Bewusstsein (GCS) und Urinausscheidung dazukommen.

Wann muss man nach der Messung eines Vitalzeichens sofort handeln?

Soforthandeln: Herzfrequenz < 40 oder > 150/min, Blutdruck < 80 mmHg systolisch oder hypertensive Krise, SpO2 < 90%, Atemfrequenz < 8 oder > 30/min, Temperatur > 40°C oder < 35°C, Bewusstlosigkeit. Immer: Arzt rufen und dokumentieren.

Wie oft werden Vitalzeichen bei stationären Patienten gemessen?

Je nach Pflegebedarf und ärztlicher Anordnung. Standard bei stabilen Patienten: 1–3 × täglich. Postoperativ oder bei Instabilität: stündlich oder kontinuierlich. Bei kritisch kranken Patienten: kontinuierliches Monitoring auf Intensivstation.

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