Physiologie – Karteikarten für das Physikum
Physiologie erklärt, wie der Körper unter normalen Bedingungen funktioniert – Grundlage für jedes klinische Fach. Diese Karteikarten decken die Physikum-Kernthemen ab: Zellphysiologie, Herz-Kreislauf, Atemphysiologie, Nierenphysiologie und endokrine Regelkreise. Alle Normwerte entsprechen dem aktuellen Lehrbuch-Standard (Schmidt/Lang/Heckmann).
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Physiologie fürs Physikum: Mechanismen verstehen statt auswendig lernen
Physiologie ist das Fach, das Verständnis belohnt. Wer Mechanismen wirklich versteht, kann Fragen auch dann beantworten, wenn die genaue Zahl nicht mehr präsent ist.
- Regelkreise visualisieren: Zeichne Regelkreise auf Papier: Stimulus, Sensor, Verarbeitungszentrum, Effektor, Rückmeldung. Der Blutdruck-Barorezeptor-Kreislauf, der Renin-Angiotensin-Aldosteron-Kreislauf (RAAS) und die Schilddrüsen-HPT-Achse sind klassische Prüfungsregelkreise.
- Normwerte systematisch: Lerne Normwerte in Gruppen: Blutgasanalyse (pH 7,35–7,45, pO2 75–100 mmHg, pCO2 35–45 mmHg), Herzfrequenz (60–100/min), Blutdruck (optimal systolisch <120 mmHg, Hypertonie ab 140 mmHg). Abweichungen von Normwerten = Pathologie = Klinikfragen.
- Aktionspotenziale unterscheiden: Nervenzelle vs. Herzmuskelzelle vs. Schrittmacherzelle unterscheiden sich in Form und Ionenströmen. Das ist ein Dauerklassiker.
- Nierenphysiologie in Abschnitte gliedern: Proximaler Tubulus (isosmotische Reabsorption ~65%), Henle-Schleife (Konzentrierungsmechanismus), distaler Tubulus (Aldosteron), Sammelrohr (ADH). Wer diese Abschnitte kennt, kann Diuretika-Wirkungsorte ableiten.
Besonders prüfungsrelevant: Frankstarling-Mechanismus, Henderson-Hasselbalch-Gleichung, Fick'sches Diffusionsgesetz, glomeruläre Filtrationsrate (GFR ~120 ml/min), die 4 Herzphasen und das EKG.
Alle Karten in diesem Set
| Vorderseite | Rückseite |
|---|---|
| Was ist das Ruhemembranpotenzial einer Nervenzelle? | Ca. -70 mV (innen negativ). Entsteht durch den K+-Auswärtsstrom über Leck-Kanäle und die Na+/K+-ATPase (pumpt 3 Na+ raus, 2 K+ rein). |
| Wie lautet der Normwert für den arteriellen pH? | pH 7,35–7,45. Unter 7,35 = Azidose, über 7,45 = Alkalose. |
| Was ist der Frank-Starling-Mechanismus? | Mit zunehmendem Füllungsvolumen (Vorlast) steigt die Kontraktionskraft des Herzens. Begründung: Optimale Aktin-Myosin-Überlappung bei höherer Sarkomerlänge. |
| Welchen normalen pCO2 hat arterielles Blut? | 35–45 mmHg. pCO2 > 45 mmHg = respiratorische Azidose (Hypoventilation), pCO2 < 35 mmHg = respiratorische Alkalose (Hyperventilation). |
| Was ist die glomeruläre Filtrationsrate (GFR)? | Ca. 120 ml/min (~170 l/Tag). Maß für die Filtrationsleistung der Niere. Wichtiger Marker der Nierenfunktion; fällt bei Niereninsuffizienz ab. |
| Was versteht man unter dem Renin-Angiotensin-Aldosteron-System? | RAAS: Renin (Niere) spaltet Angiotensinogen → Angiotensin I; ACE wandelt es in Angiotensin II um. Angiotensin II → Aldosteron (Nebenniere) → Na+-Retention → Blutdruckanstieg. |
| Wie lange dauert ein normales Aktionspotenzial einer Herzmuskelzelle? | Ca. 200–300 ms (viel länger als bei Nervenzellen mit ca. 1–2 ms). Der Plateau-Phase (Phase 2) liegt an L-Typ-Ca2+-Kanälen. |
| Was ist der Normalwert des zentralvenösen Drucks (ZVD)? | 2–8 mmHg (oder 2–10 cm H2O). Maß für die Vorlast des rechten Herzens. |
| Wie funktioniert das Gegenstromprinzip in der Henle-Schleife? | Absteigender Schenkel: wasserdurchlässig, NaCl-impermeabel. Aufsteigender Schenkel: NaCl-aktiv transportiert, wasserundurchlässig. Erzeugt osmotischen Gradienten im Nierenmark → Harnkonzentrierung via ADH. |
| Was ist Alveolardruck vs. Pleuradruck? | Alveolardruck (PA): bei Ende-Expiration = 0 (atmosphärisch). Pleuradruck (Ppl): ca. -5 cmH2O in Ruhe; wird bei Inspiration noch negativer (-7 bis -8 cmH2O), dehnt so die Lunge. |
| Was regelt ADH (Vasopressin)? | ADH erhöht die Wasserpermeabilität der Sammelrohre via Aquaporin-2-Einbau → konzentrierterer Urin. Freisetzung aus Hypophyse bei hoher Plasmaosmolalität oder Hypovolämie. |
| Was ist das Fick-Prinzip? | Herzzeitvolumen = O2-Aufnahme / (arterio-venöse O2-Differenz). Ermöglicht Berechnung des HZV aus O2-Verbrauch und Sauerstoffgehaltdifferenz zwischen arteriellem und venösem Blut. |
| Wie lautet die Henderson-Hasselbalch-Gleichung für das Blut? | pH = pKa + log ([HCO3−] / (0,03 × pCO2)). Bei Bicarbonat 24 mmol/l und pCO2 40 mmHg ergibt sich pH 7,40. |
| Was ist der Unterschied zwischen Dehnungsrezeptoren und Chemorezeproten bei der Atemregulation? | Dehnungsrezeptoren (Hering-Breuer-Reflex): in Bronchialwand, hemmen bei Überdehnung die Inspiration. Zentrale Chemorezeptoren: messen CO2/H+ im Liquor. Periphere Chemorezeptoren: Karotissinus + Aorta, messen O2, CO2, pH. |
| Was ist die Compliance der Lunge? | Compliance = Volumenänderung / Druckänderung (ml/cmH2O). Normal ~200 ml/cmH2O. Erniedrigt bei Fibrose, Emphysem erhöht sie. Surfactant senkt Oberflächenspannung und erhöht Compliance. |
| Welche Wirkung hat Aldosteron auf die Niere? | Aldosteron (Mineralokortikoid der Nebennierenrinde) stimuliert die Na+-Reabsorption im distalen Tubulus und Sammelrohr über ENaC-Kanäle. K+ und H+ werden dabei ausgeschieden. |
| Was ist die O2-Dissoziationskurve und was verschiebt sie? | Sigmoidale Kurve: Beziehung zwischen pO2 und O2-Sättigung des Hb. Rechtsverschiebung (weniger O2-Affinität) bei: höherem CO2, niedrigerem pH, höherer Temperatur, mehr 2,3-BPG (Bohr-Effekt). |
| Was versteht man unter dem Herzzeitvolumen (HZV)? | HZV = Herzfrequenz × Schlagvolumen. Normal ca. 5 l/min in Ruhe. Schlagvolumen ~70 ml, HF ~70/min. Beim Sport steigt das HZV auf bis zu 20–25 l/min. |
| Welche Ionen fließen beim Aktionspotenzial der Nervenzelle? | Depolarisation: Na+-Einstrom durch spannungsgesteuerte Na+-Kanäle. Repolarisation: K+-Ausstrom durch spannungsgesteuerte K+-Kanäle. Hyperpolarisation (Nachhyperpolarisation) durch anhaltenden K+-Ausstrom. |
| Was ist die Totalkapazität der Lunge beim Erwachsenen? | TLC ca. 6 l. Davon: Vitalkapazität ~4,5 l + Residualvolumen ~1,5 l. Das Residualvolumen kann nicht durch Atmung ausgeatmet werden. |
Häufige Fragen
Welche Physiologie-Themen sind im Physikum am wichtigsten?
Klassische Prüfungsschwerpunkte: Herz-Kreislauf (EKG, Frank-Starling, HZV), Nierenphysiologie (GFR, Tubulus, RAAS), Atemphysiologie (Compliance, Blutgasanalyse) und Elektrolytregulation.
Welches Physiologie-Lehrbuch ist für das Physikum empfohlen?
Standardwerk ist "Physiologie" von Schmidt, Lang und Heckmann (Springer). Alternativ: "Taschenatlas Physiologie" von Silbernagl/Despopoulos als kompaktere Übersicht mit Farbdiagrammen.
Muss ich im Physikum Normwerte auswendig kennen?
Ja. Normwerte werden im schriftlichen und mündlichen Physikum regelmäßig abgefragt. Besonders wichtig: Blutgasnormwerte (pH, pO2, pCO2, HCO3-), GFR, Blutdruck, Herzfrequenz und Lungenvolumina.