Anatomie Muskeln – Karteikarten für das Physikum
Muskeln werden im Physikum nach Ursprung, Ansatz, Innervation und Funktion geprüft. Diese Karteikarten konzentrieren sich auf die klinisch und prüfungstechnisch wichtigsten Muskeln des Rumpfes, der oberen und unteren Extremität. Alle Angaben folgen dem Sobotta/Prometheus-Standard.
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Muskeln fürs Physikum systematisch lernen
Muskeln sind das gefürchtetste Physikum-Thema, weil jeder Muskel vier Parameter verlangt: Ursprung, Ansatz, Innervation und Funktion. Folgendes Vorgehen hat sich bewährt:
- Schema pro Muskel: Erstelle eine mentale Tabelle: Wo kommt er her (Ursprung)? Wo setzt er an (Ansatz)? Welcher Nerv innerviert ihn? Was tut er (Funktion)? Dieses Schema erzwingt strukturiertes Denken statt Auswendiglernen.
- Nerven-Cluster: Lerne Muskeln zusammen mit ihrem Nerv. Alle Muskeln des M.-quadriceps-Gruppe werden vom N. femoralis innerviert. Wer den Nerven kennt, kann bei Ausfall die betroffenen Muskeln ableiten – klassische klinische Frage.
- Funktionsgruppen: Beuger und Strecker sind antagonistisch. An der oberen Extremität: Flexoren des Unterarms = N. musculocutaneus (meist), Extensoren = N. radialis. Diese Merkregel deckt viele Prüfungsfragen ab.
- Klinische Relevanz: Häufige Prüfungsfragen verbinden Muskeln mit Klinik: Ausfall N. radialis = hängender Finger (Fallhand). Ausfall N. ulnaris = Krallenhand. Solche Verknüpfungen sind einprägsam und prüfungsrelevant.
Besonders wichtige Muskeln fürs Physikum: M. quadriceps femoris, M. biceps brachii, M. deltoideus, die Rotatorenmanschette (SITS-Muskeln), das Zwerchfell (Diaphragma) sowie die tiefen Rückenmuskeln (autochthone Rückenmuskulatur).
Alle Karten in diesem Set
| Vorderseite | Rückseite |
|---|---|
| Was sind die 4 Muskeln der Rotatorenmanschette (SITS)? | M. Supraspinatus, M. Infraspinatus, M. Teres minor, M. Subscapularis. Stabilisieren das Schultergelenk und rotieren den Humerus. |
| Welcher Nerv innerviert den M. biceps brachii? | N. musculocutaneus (C5, C6). Funktion: Flexion im Ellenbogengelenk, Supination des Unterarms. |
| Was ist der M. quadriceps femoris? | Vierköpfiger Oberschenkelmuskel: M. rectus femoris, M. vastus medialis, M. vastus lateralis, M. vastus intermedius. Innerviert vom N. femoralis; streckt das Kniegelenk. |
| Welcher Muskel hebt den Arm über die Horizontale? | M. supraspinatus (bis 90°), danach M. trapezius (Pars descendens) und M. serratus anterior durch Rotation der Scapula. |
| Was versteht man unter Fallhand und welcher Nerv ist betroffen? | Ausfall des N. radialis führt zur Fallhand (Wrist drop): Extensoren von Hand und Fingern sind gelähmt. |
| Welcher Muskel ist der wichtigste Atemmuskel? | Das Diaphragma (Zwerchfell). Innerviert vom N. phrenicus (C3–C5). Kontrahiert sich bei Inspiration und flacht sich dabei ab. |
| Wo entspringt und setzt an der M. biceps femoris? | Langer Kopf: Tuber ischiadicum. Kurzer Kopf: Linea aspera des Femur. Ansatz: Caput fibulae. Innerviert vom N. ischiadicus; Flexion im Knie, Außenrotation. |
| Was ist die Funktion des M. iliopsoas? | Kräftiger Hüftbeuger (Flexion im Hüftgelenk). Besteht aus M. iliacus (N. femoralis) und M. psoas major (Rr. musculares L1–L3). |
| Welcher Nerv innerviert den M. deltoideus? | N. axillaris (C5, C6). Funktion: Abduktion des Arms (hauptsächlich Pars acromialis), Flexion (Pars clavicularis), Extension (Pars spinalis). |
| Was ist die Funktion des M. gastrocnemius? | Plantarflexion des Fußes und Flexion im Kniegelenk. Innerviert vom N. tibialis (S1, S2). Zusammen mit M. soleus bildet er den M. triceps surae. |
| Welcher Muskel führt die Pronation des Unterarms aus? | M. pronator teres und M. pronator quadratus, beide innerviert vom N. medianus. |
| Was versteht man unter Krallenhand? | Ausfall des N. ulnaris: Hyperextension im Grundgelenk und Flexion in den Mittel- und Endgelenken von Ring- und Kleinfinger. Mm. interossei und M. lumbricales 3+4 sind gelähmt. |
| Welcher Muskel adduziert den Arm am Schultergelenk? | M. pectoralis major und M. latissimus dorsi sind die kräftigsten Adduktoren des Arms. |
| Welcher Nerv innerviert den M. triceps brachii? | N. radialis (C6–C8). Funktion: Extension im Ellenbogengelenk. |
| Was sind autochthone Rückenmuskeln? | Tief gelegene, von Rückennerven (Rr. posteriores) innervierte Muskeln: M. erector spinae (M. iliocostalis, M. longissimus, M. spinalis). Aufrichtung und Seitenneigung der Wirbelsäule. |
| Welcher Muskel ist für die Außenrotation des Femur verantwortlich? | Wichtigster Außenrotator: M. gluteus maximus, unterstützt von den tiefen Außenrotatoren (M. piriformis, Mm. obturatorii, Mm. gemelli, M. quadratus femoris). |
| Was ist die Funktion des M. serratus anterior? | Protraktion und Rotation der Scapula nach oben (für Arm-Elevation >90°). Innerviert vom N. thoracicus longus. Ausfall: Scapula alata (abstehende Schulterblatt). |
| Welcher Muskel flektiert das Kniegelenk und ist zweigelenkig? | M. biceps femoris, M. semitendinosus und M. semimembranosus (ischiocrual = ischiokrurale Gruppe). Alle überschreiten Hüfte und Knie. |
| Wo verläuft der N. femoralis und was innerviert er motorisch? | Tritt unter dem Leistenband aus, lateral der A. femoralis. Motorisch: M. iliopsoas, M. quadriceps femoris, M. sartorius, M. pectineus. |
| Was ist der M. tibialis anterior und welche Funktion hat er? | Liegt anterior (ventral) der Tibia im vorderen Kompartiment des Unterschenkels, innerviert vom N. fibularis profundus. Funktion: Dorsalextension und Supination (Inversion) des Fußes. |
Häufige Fragen
Wie viele Skelettmuskeln hat der menschliche Körper?
Der menschliche Körper hat etwa 600–650 Skelettmuskeln, abhängig davon, wie Muskelköpfe gezählt werden. Für das Physikum sind ca. 50–80 Muskeln prüfungsrelevant.
Was wird bei Muskeln im Physikum am häufigsten gefragt?
Klassische Fragen sind: Innervation (welcher Nerv?), Funktion (was bewegt der Muskel?), klinische Ausfallbilder (Parese eines Nervs = welche Muskeln betroffen?) und die Rotatorenmanschette.
Wie lerne ich Ursprung und Ansatz am effektivsten?
Am besten mit anatomischen Abbildungen oder am Modell. Lerne Ursprung und Ansatz immer gemeinsam mit der Funktion: Der Muskel zieht Ursprung und Ansatz einander an – daraus ergibt sich die Bewegung logisch.