Weimarer Republik – Karteikarten für die Oberstufe
Die Weimarer Republik (1919–1933) war Deutschlands erste parlamentarische Demokratie. Sie scheiterte an politischer Instabilität, der Weltwirtschaftskrise und dem Aufstieg der NSDAP. Diese Karteikarten decken Verfassung, Krisenjahre, Parteienlandschaft und die Machtergreifung Hitlers ab.
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Lernstrategie für die Weimarer Republik
Strukturiere deinen Lernstoff in drei Phasen: Gründung und frühe Krisen (1919–1923), die relative Stabilisierung (1924–1929) und den Untergang (1930–1933). Diese Dreigliederung hilft dir, Ursachen und Wirkungen klar zuzuordnen.
Verfassung im Detail
Lerne die Weimarer Verfassung vom 11. August 1919 nicht nur als Faktum, sondern analysiere ihre Schwachstellen: Artikel 48 (Notstandsparagraph), das Verhältniswahlrecht ohne Sperrklausel und die starke Stellung des Reichspräsidenten. Diese Strukturfehler ermöglichten letztlich Hitlers legale Machtübernahme.
Chronologie der Krisen
- 1919: Spartakusaufstand, Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht
- 1920: Kapp-Lüttwitz-Putsch, Reichstagswahl (NSDAP-Vorläufer noch marginal)
- 1923: Ruhrkrise, Hyperinflation, Hitlerputsch in München
- 1929–1933: Weltwirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit, Präsidialkabinette
Prüfungstipps
Im Abitur werden häufig Quellenanalysen zu Reden, Karikatur-Deutungen und Erörterungsfragen zur Frage "War das Scheitern unvermeidlich?" gestellt. Übe, Thesen mit konkreten Daten (Wahlergebnisse in Prozent, Arbeitslosenzahlen) zu belegen.
Alle Karten in diesem Set
| Vorderseite | Rückseite |
|---|---|
| Wann wurde die Weimarer Verfassung verabschiedet? | 11. August 1919 |
| Was regelte Artikel 48 der Weimarer Verfassung? | Der Reichspräsident konnte per Notverordnung regieren und den Reichstag umgehen. Er wurde ab 1930 systematisch missbraucht. |
| Was war der Spartakusaufstand? | Bewaffneter Aufstand der KPD (Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg) im Januar 1919 in Berlin; von Freikorps brutal niedergeschlagen. |
| Wann und wo fand der Hitler-Putsch statt? | 8./9. November 1923 in München. Hitler versuchte, die Staatsregierung zu stürzen; scheiterte, wurde zu 5 Jahren Festungshaft verurteilt. |
| Was versteht man unter der Hyperinflation 1923? | Extremer Preisverfall der Reichsmark; auf dem Höhepunkt kostete ein Brot Milliarden Mark. Ursachen: Reparationen, Ruhrkrise, exzessive Gelddruckung. |
| Was war der Dawes-Plan (1924)? | US-amerikanischer Vorschlag zur Umstrukturierung der deutschen Reparationszahlungen; ermöglichte wirtschaftliche Stabilisierung und die "Goldenen Zwanziger". |
| Welche Partei stellte den ersten Reichskanzler der Weimarer Republik? | Philipp Scheidemann (SPD), 13. Februar 1919. Erster Reichspräsident: Friedrich Ebert (SPD). |
| Was war der Locarno-Vertrag (1925)? | Westgrenzen Deutschlands wurden garantiert; Deutschland anerkannte die Grenze zu Frankreich und Belgien. Ermöglichte 1926 den Eintritt in den Völkerbund. |
| Was war der Kapp-Lüttwitz-Putsch (1920)? | Rechter Putschversuch von Wolfgang Kapp und General Lüttwitz; scheiterte nach drei Tagen durch Generalstreik der Berliner Arbeiter. |
| Wann begann die Weltwirtschaftskrise in Deutschland spürbar zu wirken? | Ab Oktober 1929 (Schwarzer Freitag an der Wall Street); bis 1932 stieg die Arbeitslosigkeit auf über 6 Millionen. |
| Was ist das Verhältniswahlrecht und welche Folge hatte es? | Mandate wurden proportional zur Stimmenzahl vergeben, ohne Sperrklausel. Folge: extreme Parteizersplitterung, Koalitionsinstabilität. |
| Wie viele Reichskanzler hatte die Weimarer Republik in 14 Jahren? | 14 Reichskanzler in 14 Jahren, davon mehrere ohne parlamentarische Mehrheit (Präsidialkabinette ab 1930). |
| Was waren die Präsidialkabinette (1930–1933)? | Regierungen, die per Artikel 48 ohne Reichstagsmehrheit regierten: Brüning, Papen, Schleicher. Unterhöhlten die parlamentarische Demokratie. |
| Wann wurde Hitler zum Reichskanzler ernannt? | 30. Januar 1933, durch Reichspräsident Paul von Hindenburg. |
| Was war das Ermächtigungsgesetz (1933)? | 24. März 1933 beschlossen; ermächtigte die Regierung Hitler, ohne Reichstag Gesetze zu erlassen. Nur die SPD stimmte dagegen (KPD bereits verboten). |
| Was war der Stresemann-Einfluss auf die Außenpolitik? | Gustav Stresemann (DVP) war 1923 Reichskanzler und bis 1929 Außenminister; Architekt der Entspannungspolitik, Locarno, Völkerbund-Beitritt, Friedensnobelpreis 1926. |
| Welches Wahlergebnis erzielte die NSDAP im Juli 1932? | 37,4 % der Stimmen; stärkste Partei im Reichstag. Im November 1932 sank der Anteil auf 33,1 %. |
| Was verstand man unter den "Goldenen Zwanzigern"? | Relative wirtschaftliche und kulturelle Blüte 1924–1929: Neue Sachlichkeit, Kabarett, Bauhaus, sinkende Arbeitslosigkeit dank Auslandskrediten. |
Häufige Fragen
Warum scheiterte die Weimarer Republik?
Ein Zusammenspiel aus Verfassungsdefiziten (Artikel 48, Verhältniswahlrecht), der Weltwirtschaftskrise ab 1929, antidemokratischen Eliten und dem Aufstieg der NSDAP führte zum Scheitern.
Was war Artikel 48 der Weimarer Verfassung?
Ein Notstandsparagraph, der dem Reichspräsidenten erlaubte, per Dekret ohne Reichstagszustimmung zu regieren. Ab 1930 nutzten Präsidialkabinette ihn systematisch.
Wie hat die Hyperinflation 1923 die Gesellschaft beeinflusst?
Sparvermögen wurden vernichtet, der Mittelstand verarmte, das Vertrauen in den Staat schwand. Profiteure waren Schuldner und Sachwertbesitzer.