Grammatik und Wortarten: Karteikarten Deutsch Mittelstufe
Grammatik ist das Fundament jeder Sprachanalyse. Wer Wortarten sicher bestimmt, Satzglieder erkennt und Verbformen korrekt verwendet, schreibt fehlerfrei und analysiert Texte präziser. Diese Karteikarten decken den gesamten Grammatikkanon der Mittelstufe ab.
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Wortarten mit Proben bestimmen
Die sicherste Methode zur Wortartbestimmung sind die grammatischen Proben: Artikel-Probe (lässt sich ein Artikel davor setzen? dann Nomen), Konjugations-Probe (lässt es sich beugen: ich laufe, du läufst? dann Verb), Steigerungs-Probe (gut, besser, am besten? dann Adjektiv). Diese Proben funktionieren verlässlicher als semantische Definitionen.
Satzglieder durch Umstellprobe ermitteln
Mit der Umstellprobe (Verschiebeprobe) lassen sich Satzglieder bestimmen: Alles, was sich als Einheit verschieben lässt, ist ein Satzglied. "Den Mann sah sie gestern" zeigt, dass "den Mann" ein Akkusativobjekt ist. Die Ersatzprobe hilft zusätzlich: Kann man das Satzglied durch "es" oder "ihn" ersetzen?
Zeitformen im Deutschen
- Präsens: Gegenwart / allgemeingültige Aussagen
- Präteritum: erzählte Vergangenheit (schriftlich)
- Perfekt: gesprochene Vergangenheit, abgeschlossen
- Plusquamperfekt: Vorvergangenheit (was noch früher war)
- Futur I: Zukunft / Vermutung
- Futur II: abgeschlossene Zukunft
Kasus-Fragen merken
Nominativ: Wer oder was? Genitiv: Wessen? Dativ: Wem? Akkusativ: Wen oder was? Diese vier Fragen immer bei der Fallbestimmung anwenden.
Alle Karten in diesem Set
| Vorderseite | Rückseite |
|---|---|
| Nenne die 10 Wortarten im Deutschen. | Nomen, Verb, Adjektiv, Adverb, Pronomen, Artikel, Präposition, Konjunktion, Numerale (Zahlwort), Interjektion (Ausrufewort wie "ach", "oh"). |
| Was sind flektierbare und nicht flektierbare Wortarten? | Flektierbar (veränderbar): Nomen, Verb, Adjektiv, Pronomen, Artikel, Numerale. Nicht flektierbar (unveränderlich): Adverb, Präposition, Konjunktion, Interjektion. |
| Nenne die vier Fälle (Kasus) im Deutschen. | Nominativ (Wer/Was?), Genitiv (Wessen?), Dativ (Wem?), Akkusativ (Wen/Was?). Eselsbrücke: "Der Genitiv ist dem Dativ sein Tod" (thematisiert auch häufige Fehler). |
| Was ist der Unterschied zwischen Konjunktion und Subjunktion? | Koordinierende Konjunktionen verbinden gleichrangige Sätze ohne Wortstellung zu ändern (und, aber, oder, denn). Subordinierende Konjunktionen (Subjunktionen) leiten Nebensätze ein und stellen das Verb ans Ende (weil, obwohl, dass, wenn). |
| Welche Verbformen gibt es im Deutschen? | Infinitiv, Partizip I (laufend), Partizip II (gelaufen), finite Verbformen (konjugiert nach Person, Zahl, Zeit, Modus: laufe, läufst, läuft...). |
| Was ist der Unterschied zwischen Präteritum und Perfekt? | Präteritum: schriftliche Erzählzeit, distanziert ("Er lief."). Perfekt: mündliche Vergangenheit, im Alltag und für abgeschlossene Ereignisse ("Er ist gelaufen."). Im Süddeutschen ersetzt Perfekt meist das Präteritum. |
| Was ist das Plusquamperfekt? | Die Vorvergangenheit: Bezeichnet ein Ereignis, das vor einem anderen vergangenen Ereignis abgeschlossen war. Bildung: hatte/war + Partizip II. Beispiel: "Er hatte gegessen, bevor sie ankam." |
| Nenne die fünf Satzglieder. | Subjekt (Nominativ), Prädikat (Verb), Objekt (Genitiv-, Dativ- oder Akkusativobjekt), Adverbiale Bestimmung (Ort, Zeit, Art, Grund), Prädikativ (Gleichsetzungsnominativ: "Er ist Lehrer."). |
| Was ist ein Attribut? | Ein Attribut ist kein eigenständiges Satzglied, sondern eine Erweiterung eines Nomens. Es kann ein Adjektiv ("der rote Ball"), ein Genitiv ("das Haus des Lehrers") oder ein Relativsatz ("das Buch, das ich las") sein. |
| Was unterscheidet transitives von intransitivem Verb? | Transitives Verb verlangt ein Akkusativobjekt und kann passiviert werden ("Er liest das Buch." / "Das Buch wird gelesen."). Intransitives Verb steht ohne Akkusativobjekt und ist nicht passivierbar ("Er schläft."). |
| Was ist der Konjunktiv I und wozu dient er? | Konjunktiv I drückt indirekte Rede aus. Bildung: Verbstamm + e + Personalendung (er habe, er gehe, er sei). In der Zeitung: "Der Minister erklärte, er habe keine Kenntnis gehabt." |
| Was ist der Konjunktiv II und wozu dient er? | Konjunktiv II drückt Unwirkliches, Hypothetisches oder höfliche Bitten aus. Bildung: Präteritumstamm + Umlaut + e (wäre, hätte, käme, würde). Beispiel: "Wenn ich Zeit hätte, würde ich kommen." |
| Was ist eine Apposition? | Eine nachgestellte Erweiterung, die einen Nomen näher bestimmt und im selben Kasus steht. Beispiel: "Mein Vater, ein erfahrener Arzt, behandelt mich." Unterschied zum Attribut: Apposition ist ausgelagert und durch Kommas abgetrennt. |
| Was ist der Unterschied zwischen Adverb und Adjektiv? | Adjektiv beschreibt Nomen und wird gebeugt ("ein schönes Haus"). Adverb beschreibt Verb, Adjektiv oder anderen Satz und wird nicht gebeugt ("Er singt schön."). Test: Adverb kann nicht gesteigert durch Artikel+Nomen stehen. |
| Was sind reflexive Verben? | Verben, die ein Reflexivpronomen (sich, mich, dich...) benötigen. Echt reflexiv: Handlung fällt auf Subjekt zurück ("Er wäscht sich."). Unecht reflexiv: ohne "sich" bedeutungslos ("Er schämt sich." - *er schämt hat keine Bedeutung). |
| Was ist ein Relativsatz? | Ein Nebensatz, der durch ein Relativpronomen (der, die, das, welcher) eingeleitet wird und ein vorangehendes Nomen näher bestimmt. Beispiel: "Das Buch, das ich gelesen habe, war spannend." Das Relativpronomen richtet sich im Genus/Numerus nach dem Bezugswort. |
| Nenne den Unterschied zwischen koordinierenden Konjunktionen. | "Und" addiert, "aber/doch" schränkt ein, "oder" gibt Alternativen, "denn" begründet (Verb bleibt an 2. Stelle!), "sondern" korrigiert nach Verneinung. Merke: Nach "denn" kein Komma, wenn es kausal ist. |
| Was ist ein Modalverb? | Modalverben drücken Möglichkeit, Notwendigkeit, Erlaubnis oder Wollen aus: dürfen, können, mögen, müssen, sollen, wollen. Sie stehen mit Infinitiv: "Er muss gehen." Besonderheit: Im Perfekt Ersatzinfinitiv ("Er hat gehen müssen."). |
| Was ist die Satzklammer im Deutschen? | Das Verb umschließt den Satz: Im Hauptsatz steht das Finitum an 2. Stelle, das Partizip/Infinitiv am Satzende ("Er hat das Buch gelesen."). Im Nebensatz stehen alle Verbteile am Ende ("... weil er das Buch gelesen hat"). |
| Was ist ein Partizipialsatz? | Ein verkürzter Nebensatz mit Partizip I oder II ohne Subjekt. Beispiel: "Das Buch lesend, saß er im Garten." (= während er das Buch las). Partizip II: "Von der Reise erschöpft, schlief er sofort ein." Nur korrekt, wenn Subjekt mit Hauptsatz identisch. |
Häufige Fragen
Wie bestimme ich eine Wortart sicher?
Mit grammatischen Proben: Artikel-Probe für Nomen (der/die/das davor setzbar?), Konjugations-Probe für Verben (ich/du-Form bildbar?), Steigerungs-Probe für Adjektive (gut/besser/am besten?). Semantische Definitionen täuschen oft.
Was ist der Unterschied zwischen Satzglied und Wortgruppe?
Ein Satzglied ist eine Einheit mit grammatischer Funktion im Satz (Subjekt, Objekt usw.), die sich als Block verschieben lässt. Eine Wortgruppe ist jede zusammengehörige Wortfolge, auch wenn sie kein eigenständiges Satzglied ist (z.B. ein Attribut).
Wann schreibt man Nomen groß?
Alle Nomen schreibt man groß: konkrete Nomen (Tisch, Hund), abstrakte Nomen (Liebe, Freiheit), nominalisierte Verben (das Laufen, beim Essen) und nominalisierte Adjektive (das Schöne, nichts Neues). Eselsbrücke: Steht ein Artikel davor, schreib groß.